eiko_icon Gefahrgut Ersteinsatz

Gefahrgut > sonstiger Gefahrgut-Einsatz
Einsatzort Details

Heidebad
Datum 14.06.2017
Alarmierungszeit 03:05 Uhr
Alarmierungsart Melder
Einsatzleiter Stadtbrandmeister
eingesetzte Kräfte

Feuerwehr Buxtehude Zug II
Feuerwehr Neukloster
    Polizei Buxtehude

      Einsatzbericht

      Quelle Bericht BT-Online.

      BUXTEHUDE. Chlorgas-Alarm im Heidebad in Altkloster: In der Nacht zu Mittwoch mussten Zug II der Ortsfeuerwehr Buxtehude und der Umweltzug ausrücken. Das Freibad-Gelände an der Estetalstraße wurde großräumig abgesperrt, das Heidebad bleibt vorerst geschlossen.

      Gegen 2.30 Uhr war eine Alarmmeldung bei den Stadtwerken eingegangen: Einbruch. Die Bereitschaft der Stadtwerke Buxtehude alarmierte die Polizei. Die war schnell vor Ort. Gemeinsam betraten der SWB-Mitarbeiter und zwei Polizisten das Gelände des Heidebads. Erste Vermutung: Einbruch im Kiosk. Bei dem Kontrollgang bemerkte das Trio einen starken Chlorgeruch. Sie verließen umgehend das Freibad und alarmierten die Feuerwehr. Schließlich bestand Gefahr. Denn das Chlor ist ein besonders giftiges und ätzendes Gas, es wirkt reizend auf die Augen und die Atmungsorgane – und kann zu lebensbedrohlichen Atembeschwerden und zu Erstickungsanfällen führen.

      Die Feuerwehren rückten mit einem Großaufgebot aus: Zug II der Ortsfeuerwehr Buxtehude sowie der Gefahrgut- und der Umweltzug der Kreisfeuerwehr waren mit 70 Einsatzkräften vor Ort, der Rettungsdienst war in der Nacht mit den Maltesern und dem DRK vertreten. Die Einsatzkräfte sperrten das Gelände aus Sicherheitsgründen großräumig ab, während sich Atemschutzträger – mit der Hilfe der Kameraden – auf dem Parkplatz ihren Chemikalienschutzanzug (CSA) überzogen und die DekonGruppe aus der Samtgemeinde Harsefeld ihre Anlage vor dem Eingang aufbaute. Um 3.30 Uhr ging bei den SWB der nächste Alarm ein: Wassereinbruch im Technikraum. Dieser stand rund 1,80 Meter unter Wasser.

      Dann setzten der Leiter der Umweltzüge der Feuerwehren im Landkreis Stade, Holger Hase, und Stadtbrandmeister Horst Meyer die Messtrupps in Marsch. Sie stellten im Technikraum des Freibads eine lebensbedrohliche Chlorgas-Konzentration fest. Der Raum war glücklicherweise zu, sodass für die Anwohner des Heidebads an der Estetalstraße und an der Straße ‚Am Heidebad‘ sowie im früheren Kasernen-Gelände laut Stadtbrandmeister „keine akute Gefahr“ bestand. Um 4.45 Uhr herrschte Klarheit.

      Ursache vorerst unklar

      Im Chlorraum selbst war, wie der Stadtbrandmeister und der Stadtwerke-Chef Stefan Babis betonten, keinerlei Chlorgas ausgetreten. Nach gut zweieinhalb Stunden rückten die letzten Einsatzkräfte ab. Vorher wurden sie dekontaminiert. Im Bad roch es kräftig nach Chlor. Weitere Luft- und Wasserproben wurden auch von den SWB gezogen.

      Die ersten Frühschwimmer mussten am Morgen weggeschickt werden. „Das Heidebad bleibt vorerst geschlossen“, sagte SWB-Chef Stefan Babis dem TAGEBLATT. Erst einmal müsse die gesamte Technik überprüft werden, die Schäden und letztlich die Ursache der erhöhten Chlorgas-Konzentration festgestellt werden. Der Technikraum mit Filtern und Pumpen stand fast 1,80 Meter unter Wasser, dieses wurde am Morgen nach dem Abstellen des Stroms erst einmal abgepumpt. Der Raum wurde von der Feuerwehr belüftet. „Die Ursache ist noch offen“, so Babis noch in der Nacht gegenüber dem TAGEBLATT. Babis lobte die schnelle Reaktion des Kollegen und der beiden Polizisten und dankte den Einsatzkräften. Schließlich sei die „Gefahr bei einem Austritt groß, so etwas darf nicht unterschätzt werden“.